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	<title>AKTUELLES arşivleri - Brandeilig</title>
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		<title>Alte Argumente gegen neue Feinde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 15:52:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wolfgang Benz</p>
<p>Im Diskurs über die angebliche Überfremdung Deutschlands und die Gefahr, die durch „den Islam“ dem Abendland drohen soll, fließen zwei Ströme zusammen. Für den einen ist Thilo Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ repräsentativ als Gebräu aus sozialdarwinistischen, nationalistischen und rassistischen Ingredienzien. Der andere transportiert religiöse und kulturelle Ressentiments. In den säkularisierten Gesellschaften Europas ist das weder ein Signal der Wiederkehr von Religion in den Alltag der Menschen noch der oft beschworene „clash of civilizations“ als Kampf der Kulturen. Der religiöse Vorbehalt ist ein Relikt aus der Asservatenkammer. Als Argument der Ausgrenzung hat die Diskriminierung der Religion eine lange Tradition. </p>
<p><a href="https://brandeilig.org/alte-argumente-gegen-neue-feinde/">Alte Argumente gegen neue Feinde</a> yazısı ilk önce <a href="https://brandeilig.org">Brandeilig</a> üzerinde ortaya çıktı.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wolfgang Benz </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Diskurs über die angebliche Überfremdung Deutschlands und die Gefahr, die durch „den Islam“ dem Abendland drohen soll, fließen zwei Ströme zusammen. Für den einen ist Thilo Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ repräsentativ als Gebräu aus sozialdarwinistischen, nationalistischen und rassistischen Ingredienzien. Der andere transportiert religiöse und kulturelle Ressentiments. In den säkularisierten Gesellschaften Europas ist das weder ein Signal der Wiederkehr von Religion in den Alltag der Menschen noch der oft beschworene „clash of civilizations“ als Kampf der Kulturen. Der religiöse Vorbehalt ist ein Relikt aus der Asservatenkammer. Als Argument der Ausgrenzung hat die Diskriminierung der Religion eine lange Tradition. Katholische Christen verdammten aus politischen Gründen protestantische Christen und umgekehrt. Die pauschale Diffamierung des Glaubens anderer macht diese zu Fremden und gefährlichen Feinden. Ausdruck der Abwehr sind die Angriffe gegen Moscheen. Etwa 80 Anschläge sind im Jahr 2019 geschehen.</p>
<p>Auch die Stigmatisierung des Islam hat ein historisches Vorbild. Das religiöse Ressentiment gegen die Juden erfuhr im 19. Jahrhundert in der Diskussion der „Judenfrage“ – dem Problem der rechtlichen und sozialen Gleichstellung einer Bevölkerungsgruppe, die seit Jahrhunderten auch in Deutschland lebte – eine drastische Verstärkung durch die Rassendoktrin, mit der die Ausgrenzung vertieft und ausweglos wurde – trotz der Emanzipation, die den Juden 1871 volles Bürgerrecht in der Verfassung des Deutschen Reiches garantierte. Die Muslimfeinde unserer Tage sind von ähnlichen Ängsten getrieben wie die Judenfeinde, die am Ende des 19. Jahrhunderts Deutschlands Unglück durch die Zuwanderung von ein paar Tausend Ostjuden beschworen. Die Furcht vor Überwältigung und Überfremdung begründen heute „Islamkritiker“ mit angeblichen Geboten der Religion der vermuteten Aggressoren: Die Ausbreitung des Islam bedeute, „dass unsere Nachkommen – und wahrscheinlich schon wir selbst – aufgrund der kulturellen Expansion und der demographischen Entwicklung in zwei, drei Jahrzehnten in einer weitgehend islamisch geprägten Gesellschaftsordnung leben müssen, die sich an der Scharia und dem Koran orientiert und nicht mehr am Grundgesetz und an den Menschenrechten.“ So heißt es in den „Leitlinien“ eines Weblog, der gegen eine vermeintlich drohende religiöse Diktatur von Muslimen kämpft.</p>
<p>Die Sorge, durch demographische Entwicklungen ins Hintertreffen zu geraten, plagte auch schon die Judenfeinde der Gründergeneration des Antisemitismus. Ein Demagoge predigte zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einem dankbaren Publikum, das sich durch die Doktrin der Überfremdung in seinen Existenzängsten bestätigt sah, die Lehre von den Gefahren der Migration: Aus der Brutstätte Polen ergieße sich ein Strom von Juden, der Deutschland überfremde. Der Antisemit Otto Böckel, der das behauptete, hatte damals großen Zulauf. Er ist längst vergessen, aber seine Ängste wurden auf eine neue Minderheit übertragen.</p>
<p>Abwertende Zuschreibungen wie Integrationsunwilligkeit oder Unfähigkeit zur Assimilation oder Unverträglichkeit der Kulturvorstellung der Fremden bzw. als fremd Definierten mit der eigenen werden aus vielen Zutaten destilliert, dazu eignen sich Religion, Kultur, Rechtsauffassung, Sitte und Brauch, die sich von Autochthonen unterscheiden. Die Topoi der Abwehr weisen signifikante Parallelen zwischen der Emanzipationsdebatte des 19. Jahrhunderts und dem Diskurs über die Integration von Migranten unserer Tage auf. Die Unvereinbarkeit der Kulturen der Herkunfts- und der Aufnahmegesellschaft wird behauptet und die Religion spielt eine wesentliche Rolle als negative Zuschreibung in der Abwehrargumentation.</p>
<p>Die derzeit beschworene Gefahr einer „Islamisierung Europas“, ausgetragen in Kopftuchdebatten, artikuliert im Verlangen nach Moschee- und Minarettverboten, agiert mit hasserfüllten Tiraden in der Blogger-Szene, greift auf jahrhundertealte Deutungsmuster zurück. Dass es Reformbedarf in islamischen Gesellschaften gibt, steht außer Frage. Dass die Gesetze der Mehrheitsgesellschaft in Zuwanderungsländern unbedingte Geltung haben, ist jedoch ebenso unstrittig. Solidarität mit muslimischen Frauen, die solidarischer Hilfe bedürfen und diese wollen, ist legitim, rechtfertigt aber nicht eine generalisierende „Islamkritik“, wie sie als pauschale Dämonisierung des Islam durch Aktivisten ohne Sachkompetenz geübt wird.</p>
<p>Dass populistische Islamfeindschaft, die Hass gegen eine fremde Kultur predigt und Intoleranz proklamiert, an anderen Traditionen der Feindseligkeit gegen Menschen wie dem Antisemitismus oder dem Antiziganismus zu messen ist, bedarf eigentlich keiner Begründung.<a href="applewebdata://06CF7877-6383-40C0-862A-AE7ACDAA0255#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Wer dies aber öffentlich thematisiert, etwa auf Parallelen zur Agitation des organisierten Antisemitismus im späten 19. Jahrhundert verweist, wird mit Krawall überzogen, weil das eine angeblich nichts mit dem anderen zu tun hat. Es ist aber die vergleichbare Reaktion der Mehrheit gegen eine Minderheit. Die Strategie des islamfeindlichen Diskurses zielt dahin, den „Islam“ als eine religiöse, kulturelle und vor allem politische Einheit erscheinen zu lassen, für die islamistischer Terror typisch sein soll. Damit soll die Gefahr, die von „den Muslimen“ angeblich ausgeht, bewiesen werden, um Muslime aus der Gesellschaft auszugrenzen. So wurde im 19. Jahrhundert gegen Juden gehetzt. Die Argumente sind die gleichen, aber neue Feinde wurden ausgemacht und die einst Ausgegrenzten sollen mit der törichten Parole vom „christlich-jüdischen Abendland“ einbezogen werden in die Front gegen „den Islam“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="applewebdata://06CF7877-6383-40C0-862A-AE7ACDAA0255#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Vgl. Wolfgang Benz (Hrsg.), Islamfeindschaft und ihr Kontext. Dokumentation der Konferenz „Feindbild Muslim &#8211; Feindbild Jude“, Berlin 2009.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wolfgang Benz</strong></p>
<p>Historiker<br />
Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (1990-2011)</p>
<p><strong>Autor von:</strong></p>
<p><span>Enzyklopädie des Nationalsozialismus (1997</span>)<br />
Was ist Antisemitismus?<span> </span>(2004)<br />
Feinde des Morgenlandes (2012)</p>
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		<title>Moscheeführungen in Deutschland – Wirkungen und Empfehlungen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jan 2020 14:00:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Olga Janzen</p>
<p>Viele Moscheen in Deutschland bieten Führungen für nicht-muslimisches Publikum an. Sie öffnen ihre Türen unter dem Vorzeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und verbinden damit unter anderem das Ziel Vorbehalte, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslim*innen in Deutschland abzubauen. Das Angebot der Führungen erlebt ein reges Interesse. Eine der quantitativ bedeutendsten Zielgruppen sind dabei Schulklassen, die meist im Rahmen des Religionsunterrichts in Begleitung von Lehrkräften die Moscheen besuchen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Olga Janzen</strong></p>
<p><span>Viele Moscheen in Deutschland bieten Führungen für nicht-muslimisches Publikum an. Sie öffnen ihre Türen unter dem Vorzeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und verbinden damit unter anderem das Ziel Vorbehalte, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslim*innen in Deutschland abzubauen. Das Angebot der Führungen erlebt ein reges Interesse. Eine der quantitativ bedeutendsten Zielgruppen sind dabei Schulklassen, die meist im Rahmen des Religionsunterrichts in Begleitung von Lehrkräften die Moscheen besuchen.</span></p>
<p><span>Vor dem Hintergrund der Bemühungen stellt sich die Frage nach der Bedeutung und Wirkung solcher Begegnungen. Dieser Frage ist eine Studie am Institut für interdiszipli- näre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld nachgegangen. Denn aus Sicht der Sozialpsychologie kann eine Moscheeführung als Kontakt zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen beschrieben werden. Kontakt bzw. Begegnungen zwischen sozialen Gruppen haben weltweit in unterschiedlichen Situationen eine vorurteilsreduzierende Wirkung gezeigt. Selbstverständlich ist dieser Effekt jedoch nicht, da Kontakt unter ungünstigen Bedingungen sogar zu einer Verstärkung der vorhandenen Vorurteile führen kann.</span></p>
<p><span>Um festzustellen, ob Moscheeführungen Änderungen von Einstellungen bei nicht- muslimisch sozialisierten Jugendlichen bewirken, sind insgesamt 344 Schüler*innen in einem sogenannten Feldexperiment befragt worden. Die Hälfte der Schüler*innen hat an einer Führung teilgenommen (Experimentalgruppe). Die Schüler*innen aus verschiedenen Schulen waren dabei auf sechs verschiedene Moscheen verteilt. Die zweite Hälfte ist zu der gleichen Zeit befragt worden, ohne eine Moscheeführung zu unternehmen (Kontrollgruppe), da erst ein Vergleich dieser Gruppen eine fundierte Aussage über mögliche Effekte machen kann. Die Führungen und Befragungen fanden im Jahr 2016 statt. Mittels Fragebogen sind die Schüler*innen nach ihren Einstellungen zum Is</span>lam und zu Muslim*innen in Deutschland sowohl kurz vor als auch kurz nach einer Moscheeführung sowie einige Monate später befragt worden. Es zeigt sich: Für vier Moscheen können signifikant positivere Einstellungen zum Islam wenige Tage nach der Führung gemessen werden. Bei den Besucher*innen der anderen zwei Moscheen sind keine Änderungen in den Einstellungen zu verzeichnen. Bei einem Vergleich der Einstellungen der Schüler*innen zwischen der ersten und letzten Befragung nach mehre- ren Monaten weisen nur noch die Besucher*innen einer Moschee positivere Einstellungen auf.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><span>Damit haben vier von sechs Führungen bei den Besuchergruppen kurzfristig zu positiveren Einstellungen gegenüber dem Islam geführt, während eine langfristige positive Wirkung nur noch bei einer Führung vorzufinden ist.</span></p>
<p><span>Neben den Befragungen sind im Rahmen der Studie auch Interviews mit Moscheeführer*innen, Lehrkräften und Schulklassen sowie teilnehmende Beobachtungen bei Moscheeführungen durchgeführt worden. In Kombination mit den Ergebnissen lassen sich aus diesen Einblicken Empfehlungen ableiten.</span></p>
<p><span>Moscheeführer*innen legen ein beachtliches Engagement an den Tag. Die Führungen bieten sie in der Regel ehrenamtlich als Mitlieder der Moschee an. Teilweise werden Führungen aber auch von Imamen durchgeführt. Abgesehen von einigen großen Mo- scheen passiert das in Einzelarbeit und ohne externe Unterstützung. Deshalb empfiehlt sich erstens die Erarbeitung eines Best-Practice Modells durch einen Experten*innenkreis. Dabei kann sowohl die Erfahrung von Moscheeführer*innen als auch pädagogische und didaktische Expertise einfließen. Denn neben der inhaltlichen Ausgestaltung sind je nach Zielgruppe unterschiedliche Kompetenzen für die Vermittlung erforderlich. Neben Schulklassen kommen beispielsweise auch Ausbildungsklassen aus Pflegeberufen oder politische Parteien zu Führungen. Verhalten, Fragen und Diskussionsbedarf können sich stark unterscheiden. Fragen und Äußerungen, die verletzend, unsensibel oder feindselig sind, können Teil von Führungen sein. Deshalb empfiehlt sich zweitens ein organisierter überregionaler und vereinsunabhängiger Austausch von Moscheeführer*innen. Eine solche Plattform kann im Internet organisiert werden und würde die Möglichkeit bieten sich über positive und negative Erfahrungen sowie über gut funktionierende Elemente einer Führung (z.B. besonders gelungene Kommunikation) und über ungelöste Herausforderungen auszutauschen. Die Moscheeführer*innen könnten so von den Positivbeispielen profitieren, aber auch nach Lösungsansätzen fragen, wenn sie mit schwierigen Situationen konfrontiert sind.</span></p>
</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Olga Janzen</strong></p>
<p>Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld am Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG).</p>
</div>
<pre></pre>
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		<title>Angriffe auf Moscheen betreffen uns alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2019 11:01:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Meinungsstück von Arif Taşdelen</p>
<p>"Angriffe auf islamische Gotteshäuser nehmen dazu. Viele von ihnen bleiben jedoch unter dem Radar der Öffentlichkeit. Das muss sich ändern".</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Meinungsstück von Arif Taşdelen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Angriffe auf islamische Gotteshäuser nehmen dazu. Viele von ihnen bleiben jedoch unter dem Radar der Öffentlichkeit. Das muss sich ändern.</strong></p>
<p>Drohmails, Schmierereien, Sachbeschädigung, Protestaktionen – Angriffe auf Moscheen in Deutschland häufen sich. Dabei werden viele Angriffe nie aufgeklärt. Neben genauen Zahlen zu den Übergriffen auf Moscheen bleiben die Täter ebenso wie ihre Motivation oft unklar. Ein gesellschaftlicher Aufschrei bleibt in der Regel aus. In vielen Fällen schaffen es die Moschee-Attacken nicht einmal in den Fokus der Öffentlichkeit.</p>
<p>Muslimische Gläubige sind auch deshalb tief verunsichert. Sie sorgen sich um ihre Unversehrtheit. Der Staat muss deutlich machen, dass ihm die Sicherheit seiner muslimischen Bürger nicht egal ist.</p>
<p>Ich fordere mehr Polizeischutz für islamische Gotteshäuser. Solange Moscheen regelmäßig angegriffen oder bedroht werden, wäre mehr Polizeipräsenz das Gebot der Stunde. Damit würde der Staat auch zeigen, dass er die Sorgen der muslimischen Bürger ernst nimmt. Natürlich wäre auch das keine Garantie für absolute Sicherheit. Es würde aber dafür sorgen, dass das mulmige Gefühl im Bauch weniger wird, wenn Muslime zum Freitagsgebet gehen.</p>
<p>Was außerdem wichtig wäre: Eine schärfere Verurteilung von Moschee-Angriffen durch Politik und Öffentlichkeit. Bisher ist es ja so: Wenn Muslime Tatverdächtige sind, reden alle darüber. Wenn Muslime Opfer sind, wird viel seltener darüber gesprochen. Das ist ein verheerendes Signal an alle Muslime und muss sich ändern.</p>
<p>Politiker und Medien müssen unmissverständliche Ansagen machen, wenn Moscheen bedroht oder angegriffen werden. Sie müssen Angriffe auf Moscheen aufs Schärfste verurteilen. Es muss klar sein, dass Islamfeindlichkeit in Deutschland keinen Platz hat. Und dann müssen den Worten Taten folgen. Die Täter müssen schnellstmöglich ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Dass der Staat das mit allen ihm möglichen Mitteln tut, muss er ebenso noch klarer nach außen kommunizieren.</p>
<p>Meine dritte Forderung: Wir brauchen verlässliche Zahlen. Jede Schmiererei, jeder Drohbrief und jede Sachbeschädigung muss statistisch erfasst werden. Zahlen helfen uns, die Lage richtig einschätzen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln zu können. Auch deshalb habe ich eine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt, in der ich Auskunft über islamfeindliche Straftaten und staatliche Präventionsmaßnahmen verlange. Auf dieser Basis können wir dann weitere politische Maßnahmen entwickeln, damit sich Musliminnen und Muslime in Deutschland wieder sicher fühlen.</p>
<p>Und was der Einzelne tun kann: Nicht wegschauen und die Begegnung suchen. Das gilt für Muslime und Nichtmuslime. Der beste Weg, Ressentiments zu beseitigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist der direkte Kontakt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Arif Taşdelen </strong></p>
<p>Mitglied des Bayerischen Landtags.<br />
Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für den öffentlichen Dienst, Integrationspolitik und Jugendpolitik.<br />
Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes.</p>
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			</item>
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		<title>Die Erfassung &#8222;Politisch motivierter Kriminalität&#8220; in Deutschland</title>
		<link>https://brandeilig.org/die-erfassung-politisch-motivierter-kriminalitaet-in-deutschland/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Jul 2019 15:24:44 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Obwohl das Erfassungssystem bis dato diverse Reformen erfahren hat, existieren immer noch große Problemfelder.<br />
Ein Überblick über das neue Definitionssystem "Politisch motivierte Kriminalität (PMK)".</p>
<p><a href="https://brandeilig.org/die-erfassung-politisch-motivierter-kriminalitaet-in-deutschland/">Die Erfassung &#8222;Politisch motivierter Kriminalität&#8220; in Deutschland</a> yazısı ilk önce <a href="https://brandeilig.org">Brandeilig</a> üzerinde ortaya çıktı.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Erfassung Politisch motivierter Kriminalität in Deutschland</strong></p>
<p><strong><em>-Ein Überblick von Yusuf Sari</em></strong></p>
<p>Die Innenministerkonferenz (IMK) beschloss am 10. Mai 2001 eine Reform des Meldesystems für politisch motivierte Straftaten. Hintergrund waren Diskrepanzen zwischen der Statistik des Innenministeriums und der Statistik, die verschiedene Medien, wie die Frankfurter Rundschau oder der Tagesspiegel am 14.9.2000, vorlegten. Letztere zählten seit 1990 nämlich 93 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland, wohingegen dem Innenministerium<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span>[1]</span></a>, nur 24 solcher Fälle bekannt waren.</p>
<p>Aus den Erfassungsrichtlinien vor der Reform ging hervor, dass die Polizei nur solche Straftaten in die Staatsschutzstatistiken aufnahm, die das Bestreben zur Überwindung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung zum Ziel hatte. Nur Taten, die dieses Merkmal der &#8222;Systemüberwindung&#8220; aufwiesen, galten als &#8222;extremistisch&#8220; und wurden in den Statistiken auch so geführt. Somit entsprachen bis 2001 eine große Zahl von Gewalttaten gegen verschiedene Minderheiten dem Kriterium des Extremismus nicht. Dies hatte zur Folge, dass bis zu 70% aller Delikte in diesen Bereichen statistisch nicht relevant waren.<a href="#_ftn2" name="_ftnref2"><sup>[2]</sup></a> Zeitweise wusste sich die Polizei nur mit provisorischen Hilfskonstruktionen wie &#8222;fremdenfeindlich motivierte Gewalt&#8220; zu helfen. Besonders die Aufdeckung der „vergessenen Todesopfer rechter Gewalt“, (s.o.) zwang das BKA letztendlich zum Umdenken und zur Reformierung des Systems.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dieses neue Definitionssystem <strong>&#8222;Politisch motivierte Kriminalität (PMK)&#8220;</strong>, deckt nun gesondert die Phänomenbereiche PMK-rechts, PMK-links und politisch motivierte Ausländerkriminalität ab. Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz gilt eine Tat insbesondere dann als politisch motiviert rechts;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>wenn die Umstände der Tat oder die Einstellung des Täters darauf schließen lassen, dass sie sich gegen eine Person aufgrund ihrer politischen Einstellung, Nationalität, Volkszugehörigkeit, Rasse, Hautfarbe, Religion, Weltanschauung, Herkunft, sexuellen Orientierung, Behinderung oder ihres äußeren Erscheinungsbildes bzw. ihres gesellschaftlichen Status richtet.<a href="#_ftn3" name="_ftnref3"><strong>[3]</strong></a></em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ein Diskriminierungsverbot ist in diese Definition entsprechend Art 3 Abs. 3 Grundgesetz bereits hineingearbeitet. Von da an wurden nicht nur extremistisch motivierte Taten im Sinne der &#8222;Systemüberwindung&#8220; berücksichtigt, sondern unter dem Begriff der &#8222;Hasskriminalität&#8220; wurden auch fremdenfeindliche sowie antisemitisch motivierte Delikte unterschieden. Allerdings deckte dieses neue Definitionssystem nicht alle Angriffsarten auf Minderheiten separat ab. Die Angriffsziele „Muslime“ oder „Islam“ (und andere wie Antiziganismus) wurden z.B. bis einschließlich 2016 bzw. 2017 nicht gesondert erfasst. Verschiedene Parteien, Verbände sowie der NSU-Untersuchungsausschuss kritisierten diesen Umstand und forderten lange Zeit die Erfassung in einer separaten Kategorie „Islamfeindlichkeit“.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4"><sup>[4]</sup></a></p>
<p>Eine entsprechende Überarbeitung bezüglich islamfeindlicher Straftaten ist zum Januar 2017 in Kraft getreten. Wurden 2016 noch 91 Fälle mit islamfeindlichen Hintergrund erkannt und gezählt, so sind es 2017 mindestens 950 Angriffe auf Muslime und muslimische Einrichtungen wie Moscheen. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion hervor<a href="#_ftn5" name="_ftnref5"><span>[5]</span></a>. 33 Menschen wurden demnach verletzt. Die Behörden registrierten außerdem knapp 60 Anschläge, Schmierereien und Schändungen, etwa mit Schweineblut, auf Moscheen bzw. islamische Einrichtungen. Verschiedene muslimische Vertreter äußerten sich skeptisch. Die Statistik erfasse nicht alle Delikte und die Wirklichkeit werde nur in Teilen abgebildet.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6"><span>[6]</span></a> Man müsse von einem &#8222;großen Dunkelfeld&#8220; ausgehen. Polizei und Staatsanwaltschaften seien oft &#8222;noch nicht dafür sensibilisiert&#8220;, islamfeindliche Straftaten richtig einzuordnen. Deshalb würden trotzdem viele Fälle nicht in der Statistik erfasst.</p>
<p>Obwohl das Erfassungssystem bis dato diverse Reformen erfahren hat, existieren immer noch große Problemfelder.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das System PMK steht und fällt auf Grundlage der polizeilichen Ermittlungen, insbesondere am Beginn und am Ende des polizeilichen Handelns.</p>
<p>Die Ermittlungsbeamt_innen stehen vor einer großen Herausforderung, denn die richtige Einordnung eines möglichen PMK- Hintergrundes ist abhängig von der Erfahrung, der Professionalität und Kompetenz, sowie Empathiefähigkeit und kulturellen Sensibilität der zuständigen Beamt_innen. Sie sind die Ersten am Tatort, wenn es zu einer Straftat kommt und deswegen ist die Anfangsphase der Ermittlung entscheidend.</p>
<p>In diesem Zusammenhang wies &#8222;Human Rights Watch&#8220; schon 2011 auf diverse Fehler und Schwächen der polizeilichen Arbeit hin<a href="#_ftn7" name="_ftnref7"><sup>[7]</sup></a>:</p>
<p>&nbsp;</p>
<ul>
<li>Unzureichende Zusammenarbeit der Polizei mit zivilgesellschaftlichen Opferberatungsgruppen;</li>
<li>Handwerkliche Fehler in der polizeilichen Ermittlungsarbeit;</li>
<li>Mängel bei der politischen Einordnung von Hassdelikten<a href="#_ftn8" name="_ftnref8"><sup>[8]</sup></a>;</li>
<li>Zurückhaltendes Anzeigeverhalten von Opfern der Hasskriminalität</li>
</ul>
<p><strong> </strong></p>
<p>Bezogen auf die Erfassung von Moscheeangriffen gibt es ebenfalls Diskrepanzen, vor allem zwischen den Zahlen der Regierung und den der Zivilgesellschaft (NGO’s).</p>
<p>Die Abgeordneten Ulla Jelpke, Dr. Andre Hahn, Gökay Akbulut und weitere Abgeordnete der Fraktion Die LINKE beantragen regelmäßig Informationen über konkrete Zahlen, die der Bundesregierung über mutmaßlich antimuslimisch oder islamfeindlich motivierte Straftaten vorliegen.</p>
<p>Die Bundesregierung antwortet auf die Kleine Anfrage (19/1564) wie folgt<a href="#_ftn9" name="_ftnref9"><span>[9]</span></a>:</p>
<p>Dem BKA wurden insgesamt 157 Delikte mit dem Unterthema „Islamfeindlich“ für das 1. Quartal 2018 gemeldet. Unter den aufgeführten Delikten befinden sich lediglich 10 Einträge mit dem Angriffsziel Religionsstätte/Moschee. Dabei wird explizit darauf hingewiesen, dass diese Kategorie nur für „Moscheen selbst“ gelte. „Stätten der Religionsausübung“, „Moscheevereine“ oder sonstige „islamische Einrichtungen“ seien davon nicht umfasst, heißt es weiter. Bei all diesen Begriffen fehlen die jeweiligen Definitionen und es wird nicht weiter darauf eingegangen. Warum diese Unterscheidungen gemacht werden bleibt ebenfalls offen.</p>
<p>Im Vergleich dazu sind laut der Kölner Antidiskriminierungsstelle FAIR international im 1. Quartal 2018 mindestens 27 Moscheen Opfer von Angriffen geworden<a href="#_ftn10" name="_ftnref10"><span>[10]</span></a>. Zahlreiche Teehäuser, Gemüseläden etc. waren in diesem Zeitraum ebenfalls betroffen, wurden bei dieser Zählung aber nicht berücksichtigt, sondern nur Räumlichkeiten, die tatsächlich einen Gebetsraum besitzen und unter den Muslimen auch als Moscheen genutzt werden.</p>
<p>Damit bei Ermittlungen das Augenmerk frühzeitig auf mögliche rassistische Tatmotive gelegt wird, hat der Untersuchungsausschuß des Bundestages folgende Empfehlung ausgesprochen:</p>
<p><em>„In allen Fällen von Gewaltkriminalität, die wegen der Person des Opfers einen rassistisch oder anderweitig politisch motivierten Hintergrund haben könnten, muss dieser eingehend geprüft und diese Prüfung an geeigneter Stelle nachvollziehbar dokumentiert werden. [&#8230;] Ein vom Opfer oder Zeugen angegebenes Motiv für die Tat muss von der Polizei beziehungsweise der Staatsanwaltschaft verpflichtend aufgenommen und angemessen berücksichtigt werden.“</em> <a href="#_ftn11" name="_ftnref11"><sup>[11]</sup></a></p>
<p>Das Deutsche Institut für Menschenrechte hebt allerdings hervor, dass vor allem Konsequenzen im Bereich der Aus- und Fortbildung erforderlich seien. Die jeweiligen Kompetenzen der Polizei, Staatsanwaltschaft und Richterschaft sollten gezielt gefördert werden, um effektiver rassistische Motive von Straftaten erkennen zu können. Nur so sei eine Änderung der bisherigen Rechtspraxis möglich.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12"><sup>[12]</sup></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span>[1]</span></a> Damals unterstand es dem Innenminister Otto Schily.</p>
<p><a href="#_ftnref2" name="_ftn2"><span>[2]</span></a>BMI 2001, Sicherheitsbericht S.266.</p>
<p><a href="#_ftnref3" name="_ftn3"><span>[3]</span></a>In: Rechte Gewalt – Defintion und Erfassungskriterien, Opferperspektive e.V. 2014 S.4</p>
<p><a href="#_ftnref4" name="_ftn4"><span>[4]</span></a>Bundestagsdrucksache 17/14754 S. 3. Bzw. <span><a href="https://www.tagesschau.de/inland/islamophobe-straftaten-101.html">https://www.tagesschau.de/inland/islamophobe-straftaten-101.html</a></span></p>
<p><a href="#_ftnref5" name="_ftn5"><span>[5]</span></a> <span><a href="http://www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1028305/mindestens-950-angriffe-auf-muslime-und-moscheen-2017">www.noz.de/deutschland-welt/politik/artikel/1028305/mindestens-950-angriffe-auf-muslime-und-moscheen-2017</a></span></p>
<p><a href="#_ftnref6" name="_ftn6"><span>[6]</span></a> https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-03/muslime-deutschland-islamfeindlichkeit-angriff-bundesinnenministerium</p>
<p><a href="#_ftnref7" name="_ftn7"><span>[7]</span></a>Holzberger, Mark Änderung tut not &#8211; Opferperspektive e.V. (Hrsg) S.79.</p>
<p><a href="#_ftnref8" name="_ftn8"><span>[8]</span></a>Siehe hierzu auch die Publikationen der Amadeu Antonio Stiftung (2012/2013b).</p>
<p><a href="#_ftnref9" name="_ftn9"><span>[9]</span></a> Siehe Bundestagsdrucksache 19/2315</p>
<p><a href="#_ftnref10" name="_ftn10"><span>[10]</span></a> https://www.facebook.com/fairint/photos/pb.167519756731025.-2207520000.1547830420./974956325987360/?type=1&amp;theater</p>
<p><a href="#_ftnref11" name="_ftn11"><span>[11]</span></a> Deutscher Bundestag (2013): Beschlussempfehlung und Bericht des 2. Untersuchungsausschusses nach Artikel 44 des Grundgesetzes, Bundestagsdrucksache 17/14600, S. 861.</p>
<p><a href="#_ftnref12" name="_ftn12"><span>[12]</span></a>DIM, Parallelbericht an den UN Ausschuß zur Beseitigung rassistischer Diskriminierung, 2015 S. 8.</p>
<p><a href="https://brandeilig.org/die-erfassung-politisch-motivierter-kriminalitaet-in-deutschland/">Die Erfassung &#8222;Politisch motivierter Kriminalität&#8220; in Deutschland</a> yazısı ilk önce <a href="https://brandeilig.org">Brandeilig</a> üzerinde ortaya çıktı.</p>
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		<title>Unsere Arbeitsdefinitionen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Jun 2019 14:54:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AKTUELLES]]></category>
		<category><![CDATA[Infothek]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit welchen Definitionen arbeiten wir? Was verstehen wir beispielsweise unter einem Moscheeangriff?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was verstehen wir unter einem Moscheeangriff?<br />
</strong></p>
<p>Unter einem Moscheeangriff erfassen wir alle Angriffe auf Einrichtungen, die von Muslimen zu religiösen Zwecken genutzt werden oder von denen der/die Täter eine solche Nutzung annehmen. Hierzu gehören auch Räumlichkeiten, Gegenstände oder Veranstaltungen, die in einem rechtlichen oder tatsächlichen Zusammenhang zu einer solchen Einrichtung stehen (Bibliotheken, Veranstaltungsräume, Wohneinheiten, Jugendeinrichtungen, Vereinsfahrzeuge, Mülltonnen, Aktivitäten unter freiem Himmel u. Ä.).</p>
<p>Auch Drohbriefe oder gar Bombendrohungen werten wir als &#8222;Angriff&#8220;. Bedrohungen jeglicher Art sind vom Gesetzgeber als &#8222;Gefährdungsdelikt&#8220; kategorisiert und gelten als Straftaten, die mit Freiheitsstrafe geahndet werden können.</p>
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		<title>Eine Moschee ist mehr als eine Moschee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jun 2019 21:32:25 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[DENKFABRIK]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Beitrag bearbeitet Dr. Ali Özgür Özdil folgende Themen:<br />
1. Was bedeutet eigentlich „Moschee“?<br />
2. Organisationsstruktur und die Vielfalt der Angebote<br />
3. Historischer Rückblick<br />
4. Ein ganz normaler Tag in der Moschee<br />
5. Moscheen als Orte des Dialogs</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Ali Özgür Özdil</span></p>
<ol>
<li><strong> Was bedeutet eigentlich „Moschee“?</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Moschee, bekannt als Gebets- und Versammlungsort (aus dem Arabischen „masjid“ (Ort des Niederwurfs“) oder „djami“ (Ort der Versammlung) der Muslime, spielt nicht nur im religiös-spirituellem Leben der Muslime eine zentrale Rolle. Moscheen – ursprünglich von privaten Stiftern gegründet – waren nie nur Gebetsräume. Sie waren zugleich auch Schulen oder Universitäten.</span></p>
<ol start="2">
<li><strong> Organisationsstruktur und die Vielfalt der Angebote</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">In Deutschland sind alle Moscheen eingetragene Vereine mit einem Vorstand und mit Mitgliedern. Die überwiegende Arbeit, mit Ausnahme des Imams, wird ehrenamtlich bewältigt. Moscheen bieten neben religiösen, auch soziale und kulturelle Dienstleistungen an. Zu den religiösen Dienstleitungen gehören die täglichen Gebete, die gemeinschaftlichen Freitags- und Feiertagsgebete, das Unterrichten der Kinder im Koran (in der Regel an den Wochenenden), Angebote im Fastenmonat Ramadan, die Organisation und Durchführung von Pilgerfahrten und des Opferfestes, Familien- und Eheberatung, Spenden- und Zakatverwaltung oder Krankenbesuche.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Moscheen haben oft eine Jugend- und Frauengruppe mit Angeboten für Jugendliche und Frauen. Dazu gehören unter anderem Unterricht, Vorträge, Gesprächszirkel, Ausflüge, Ferienkurse, Reisen etc. Es gibt auch teilweise Angebote, die nicht zu den typischen Aufgaben einer Moschee gehören, jedoch aufgrund der Nachfrage hinzukommen können, wie z.B. Hausaufgaben- und Nachhilfeunterricht oder Sprach- und Sportkurse. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Neben den Angeboten für Kinder (Unterricht) oder für Jugendliche (Freizeitangebote), ist die Moschee für ältere Menschen ein wichtiger Ort, wo sie teilweise sieben Tage in der Woche mit ihren Altersgenossen verbringen. Moscheen haben daher gelegentlich eine Teestube, wo jung und alt zusammensitzen, essen, Zeitung lesen, fernsehen oder sich unterhalten und wenn zum Gebet gerufen wird, zum gemeinsamen Gebet aufbrechen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Moschee bietet somit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und den Älteren sowie Frauen und Männern unterschiedliche Möglichkeiten, um unter einem Dach ihren täglichen religiösen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen nachzugehen. Moscheen sind täglich von Morgendämmerung bis spät in die Nacht geöffnet. Imame und ehrenamtliche MitarbeiterInnen widmen teilweise mehrere Jahre ihres Lebens der Moscheearbeit, um in einem Moscheeverein z.B. Kinder zu unterrichten oder sich um die Jugend- oder Frauenarbeit zu kümmern. Es gibt Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft, ihr Geld, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in den Dienst der Moschee stellen, weil sie dies als eine wichtige Form des Gottesdienstes betrachten. Die Arbeit in der Moschee ist für sie eine gottgefällige Handlung und sie erwarten den Lohn für ihre Arbeit nicht von den Menschen, sondern von Gott. Die wenigsten Moscheen sind nämlich in der Lage, ein Personal zu finanzieren, das all diese Arbeiten leisten könnte. Viele Moscheen wären ohne Spendengelder noch nicht einmal in der Lage, ihre Imame zu finanzieren. Deswegen schließen sich viele Moscheen Dachverbänden an, von denen sie personell und finanziell unterstützt werden können.</span></p>
<ol start="3">
<li><strong> Historischer Rückblick</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Die meisten der schätzungsweise 2500 Moscheen in Deutschland sind nicht auf den ersten Blick als solche sichtbar. Im Laufe der Jahrzehnte wurden günstige und passende Gebäude und Räume als Moschee genutzt oder zur Moschee umfunktioniert worden. Die wichtigsten Elemente dabei sind eine Gebetsnische (arab. Mihrab) und eine Freitagskanzel (arab. Minbar). Ca. 10% der Moscheen wurden vom Fundament aus als Moschee gebaut und sind dementsprechend oft sichtbar durch Kuppel und Minarett.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aufgrund der Migrationsgeschichte, sind viele Moscheen in Deutschland, von denen die meisten von der 1. Generation ab den 1970er Jahren gegründet wurden, nach bestimmten Nationalitäten organisiert. Daher ist die Predigtsprache von Moschee zu Moschee unterschiedlich. Die Gemeinden sind jedoch in der Regel pluralistisch zusammengesetzt. Die meisten Muslime nehmen die Angebote bestimmter Moscheen deswegen an, entweder weil dort in ihrer Sprache gepredigt und unterrichtet wird oder weil sich die Moschee in der Nähe ihrer Wohnung oder Arbeit befindet. Mit dem Generationswechsel nimmt die Zahl der deutschsprachigen Muslime zu und es gibt auch Moscheen, in denen in deutscher Sprache gepredigt wird. </span></p>
<ol start="4">
<li><strong> Ein ganz normaler Tag in der Moschee</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Muslime nutzen die Moschee für verschiedene Zwecke. Wer aber zum Beispiel in der Moschee beten möchte, wäscht sich entweder schon zuhause rituell oder direkt in der Moschee. Jede Moschee bietet Waschmöglichkeiten, weil die Waschung eine Voraussetzung für die Gebete ist. Vor dem Gebetsraum werden die Schuhe ausgezogen, weil in Moscheen Teppiche ausgelegt sind. Muslime treten in die Moschee ein, wenden sich gen Mekka (die Gebetsrichtung erkennt man an der Ausrichtung der Gebetsnische) und beten, indem sie stehen, sich verneigen, niederwerfen und sitzen. Anschließend sprechen sie Lobpreisungen und Bittgebete. Es gibt Muslime, die die Moschee zum Ausruhen oder sogar Schlafen nutzen. So kann man im Gebetsraum schlafende Menschen vorfinden, z.B. für Menschen auf der Durchreise. Man findet in Moscheen auch Menschen, die einfach nur Koran lesen oder ein Gesprächszirkel bilden. Sollte es in einer Moschee eine Teestube, ein Gemüseladen, einen Bücherladen, ein Informationsbüro oder einen Friseur geben, wird man auch diese Angebote von Muslimen täglich genutzt sehen. Solche Einrichtungen unter dem Dach der Moschee dienen nicht selten dazu, die Miete oder sonstige Ausgaben der Moschee zu decken. Bei größeren und zentraleren Moscheen wird man viele Menschen ein- und ausgehen sehen, wobei der eine zum Beten, ein anderer zum Essen und ein anderer vielleicht für eine Information kommt. In diesen Moscheen tobt also das kulturelle Leben und man trifft dabei regelmäßig seine Glaubensgeschwister.</span></p>
<ol start="5">
<li><strong> Moscheen als Orte des Dialogs</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Viele Moscheen beteiligen sich seit 1997 am Tag der offenen Moschee (am 03. Oktober) und öffnen sich somit ihrer Nachbarschaft. Es gibt auch Moscheen, die Führungen anbieten, wie z.B. für Schulklassen. Des Weiteren gibt es Moscheen, die sich an Dialogveranstaltungen, Stadtteilfesten, Schulanfängergottesdiensten beteiligen oder Führungen für BesucherInnen anbieten. Studien zeigen (siehe Herbert-Quandt-Stiftung: Der Weg zur Moschee. Eine Handreichung für die Praxis. Bad Homburg v. d. Höhe 2002), je besser eine Moschee in der Kommune vernetzt ist, umso geringer sind die Vorbehalte und umso höher ist die Anerkennung.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dr. Ali Özgür Özdil </strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Islamwissenschaftler und Direktor des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts e.V. in Hamburg.</span><br />
<span style="font-weight: 400;">Publikationen zum Thema: Wenn sich die Moscheen öffnen. Münster 2002</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://brandeilig.org/eine-moschee-ist-mehr-als-eine-moschee/">Eine Moschee ist mehr als eine Moschee</a> yazısı ilk önce <a href="https://brandeilig.org">Brandeilig</a> üzerinde ortaya çıktı.</p>
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