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	<title>DENKFABRIK arşivleri - Brandeilig</title>
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		<title>Alte Argumente gegen neue Feinde</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 05 Feb 2020 15:52:53 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wolfgang Benz</p>
<p>Im Diskurs über die angebliche Überfremdung Deutschlands und die Gefahr, die durch „den Islam“ dem Abendland drohen soll, fließen zwei Ströme zusammen. Für den einen ist Thilo Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ repräsentativ als Gebräu aus sozialdarwinistischen, nationalistischen und rassistischen Ingredienzien. Der andere transportiert religiöse und kulturelle Ressentiments. In den säkularisierten Gesellschaften Europas ist das weder ein Signal der Wiederkehr von Religion in den Alltag der Menschen noch der oft beschworene „clash of civilizations“ als Kampf der Kulturen. Der religiöse Vorbehalt ist ein Relikt aus der Asservatenkammer. Als Argument der Ausgrenzung hat die Diskriminierung der Religion eine lange Tradition. </p>
<p><a href="https://brandeilig.org/alte-argumente-gegen-neue-feinde/">Alte Argumente gegen neue Feinde</a> yazısı ilk önce <a href="https://brandeilig.org">Brandeilig</a> üzerinde ortaya çıktı.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wolfgang Benz </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Im Diskurs über die angebliche Überfremdung Deutschlands und die Gefahr, die durch „den Islam“ dem Abendland drohen soll, fließen zwei Ströme zusammen. Für den einen ist Thilo Sarrazins Pamphlet „Deutschland schafft sich ab“ repräsentativ als Gebräu aus sozialdarwinistischen, nationalistischen und rassistischen Ingredienzien. Der andere transportiert religiöse und kulturelle Ressentiments. In den säkularisierten Gesellschaften Europas ist das weder ein Signal der Wiederkehr von Religion in den Alltag der Menschen noch der oft beschworene „clash of civilizations“ als Kampf der Kulturen. Der religiöse Vorbehalt ist ein Relikt aus der Asservatenkammer. Als Argument der Ausgrenzung hat die Diskriminierung der Religion eine lange Tradition. Katholische Christen verdammten aus politischen Gründen protestantische Christen und umgekehrt. Die pauschale Diffamierung des Glaubens anderer macht diese zu Fremden und gefährlichen Feinden. Ausdruck der Abwehr sind die Angriffe gegen Moscheen. Etwa 80 Anschläge sind im Jahr 2019 geschehen.</p>
<p>Auch die Stigmatisierung des Islam hat ein historisches Vorbild. Das religiöse Ressentiment gegen die Juden erfuhr im 19. Jahrhundert in der Diskussion der „Judenfrage“ – dem Problem der rechtlichen und sozialen Gleichstellung einer Bevölkerungsgruppe, die seit Jahrhunderten auch in Deutschland lebte – eine drastische Verstärkung durch die Rassendoktrin, mit der die Ausgrenzung vertieft und ausweglos wurde – trotz der Emanzipation, die den Juden 1871 volles Bürgerrecht in der Verfassung des Deutschen Reiches garantierte. Die Muslimfeinde unserer Tage sind von ähnlichen Ängsten getrieben wie die Judenfeinde, die am Ende des 19. Jahrhunderts Deutschlands Unglück durch die Zuwanderung von ein paar Tausend Ostjuden beschworen. Die Furcht vor Überwältigung und Überfremdung begründen heute „Islamkritiker“ mit angeblichen Geboten der Religion der vermuteten Aggressoren: Die Ausbreitung des Islam bedeute, „dass unsere Nachkommen – und wahrscheinlich schon wir selbst – aufgrund der kulturellen Expansion und der demographischen Entwicklung in zwei, drei Jahrzehnten in einer weitgehend islamisch geprägten Gesellschaftsordnung leben müssen, die sich an der Scharia und dem Koran orientiert und nicht mehr am Grundgesetz und an den Menschenrechten.“ So heißt es in den „Leitlinien“ eines Weblog, der gegen eine vermeintlich drohende religiöse Diktatur von Muslimen kämpft.</p>
<p>Die Sorge, durch demographische Entwicklungen ins Hintertreffen zu geraten, plagte auch schon die Judenfeinde der Gründergeneration des Antisemitismus. Ein Demagoge predigte zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einem dankbaren Publikum, das sich durch die Doktrin der Überfremdung in seinen Existenzängsten bestätigt sah, die Lehre von den Gefahren der Migration: Aus der Brutstätte Polen ergieße sich ein Strom von Juden, der Deutschland überfremde. Der Antisemit Otto Böckel, der das behauptete, hatte damals großen Zulauf. Er ist längst vergessen, aber seine Ängste wurden auf eine neue Minderheit übertragen.</p>
<p>Abwertende Zuschreibungen wie Integrationsunwilligkeit oder Unfähigkeit zur Assimilation oder Unverträglichkeit der Kulturvorstellung der Fremden bzw. als fremd Definierten mit der eigenen werden aus vielen Zutaten destilliert, dazu eignen sich Religion, Kultur, Rechtsauffassung, Sitte und Brauch, die sich von Autochthonen unterscheiden. Die Topoi der Abwehr weisen signifikante Parallelen zwischen der Emanzipationsdebatte des 19. Jahrhunderts und dem Diskurs über die Integration von Migranten unserer Tage auf. Die Unvereinbarkeit der Kulturen der Herkunfts- und der Aufnahmegesellschaft wird behauptet und die Religion spielt eine wesentliche Rolle als negative Zuschreibung in der Abwehrargumentation.</p>
<p>Die derzeit beschworene Gefahr einer „Islamisierung Europas“, ausgetragen in Kopftuchdebatten, artikuliert im Verlangen nach Moschee- und Minarettverboten, agiert mit hasserfüllten Tiraden in der Blogger-Szene, greift auf jahrhundertealte Deutungsmuster zurück. Dass es Reformbedarf in islamischen Gesellschaften gibt, steht außer Frage. Dass die Gesetze der Mehrheitsgesellschaft in Zuwanderungsländern unbedingte Geltung haben, ist jedoch ebenso unstrittig. Solidarität mit muslimischen Frauen, die solidarischer Hilfe bedürfen und diese wollen, ist legitim, rechtfertigt aber nicht eine generalisierende „Islamkritik“, wie sie als pauschale Dämonisierung des Islam durch Aktivisten ohne Sachkompetenz geübt wird.</p>
<p>Dass populistische Islamfeindschaft, die Hass gegen eine fremde Kultur predigt und Intoleranz proklamiert, an anderen Traditionen der Feindseligkeit gegen Menschen wie dem Antisemitismus oder dem Antiziganismus zu messen ist, bedarf eigentlich keiner Begründung.<a href="applewebdata://06CF7877-6383-40C0-862A-AE7ACDAA0255#_ftn1" name="_ftnref1">[1]</a> Wer dies aber öffentlich thematisiert, etwa auf Parallelen zur Agitation des organisierten Antisemitismus im späten 19. Jahrhundert verweist, wird mit Krawall überzogen, weil das eine angeblich nichts mit dem anderen zu tun hat. Es ist aber die vergleichbare Reaktion der Mehrheit gegen eine Minderheit. Die Strategie des islamfeindlichen Diskurses zielt dahin, den „Islam“ als eine religiöse, kulturelle und vor allem politische Einheit erscheinen zu lassen, für die islamistischer Terror typisch sein soll. Damit soll die Gefahr, die von „den Muslimen“ angeblich ausgeht, bewiesen werden, um Muslime aus der Gesellschaft auszugrenzen. So wurde im 19. Jahrhundert gegen Juden gehetzt. Die Argumente sind die gleichen, aber neue Feinde wurden ausgemacht und die einst Ausgegrenzten sollen mit der törichten Parole vom „christlich-jüdischen Abendland“ einbezogen werden in die Front gegen „den Islam“.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="applewebdata://06CF7877-6383-40C0-862A-AE7ACDAA0255#_ftnref1" name="_ftn1">[1]</a> Vgl. Wolfgang Benz (Hrsg.), Islamfeindschaft und ihr Kontext. Dokumentation der Konferenz „Feindbild Muslim &#8211; Feindbild Jude“, Berlin 2009.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wolfgang Benz</strong></p>
<p>Historiker<br />
Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung (1990-2011)</p>
<p><strong>Autor von:</strong></p>
<p><span>Enzyklopädie des Nationalsozialismus (1997</span>)<br />
Was ist Antisemitismus?<span> </span>(2004)<br />
Feinde des Morgenlandes (2012)</p>
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		<title>Moscheeführungen in Deutschland – Wirkungen und Empfehlungen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Jan 2020 14:00:56 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Olga Janzen</p>
<p>Viele Moscheen in Deutschland bieten Führungen für nicht-muslimisches Publikum an. Sie öffnen ihre Türen unter dem Vorzeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und verbinden damit unter anderem das Ziel Vorbehalte, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslim*innen in Deutschland abzubauen. Das Angebot der Führungen erlebt ein reges Interesse. Eine der quantitativ bedeutendsten Zielgruppen sind dabei Schulklassen, die meist im Rahmen des Religionsunterrichts in Begleitung von Lehrkräften die Moscheen besuchen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="page" title="Page 1">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><strong>Olga Janzen</strong></p>
<p><span>Viele Moscheen in Deutschland bieten Führungen für nicht-muslimisches Publikum an. Sie öffnen ihre Türen unter dem Vorzeichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und verbinden damit unter anderem das Ziel Vorbehalte, Ängste und Vorurteile gegenüber dem Islam und Muslim*innen in Deutschland abzubauen. Das Angebot der Führungen erlebt ein reges Interesse. Eine der quantitativ bedeutendsten Zielgruppen sind dabei Schulklassen, die meist im Rahmen des Religionsunterrichts in Begleitung von Lehrkräften die Moscheen besuchen.</span></p>
<p><span>Vor dem Hintergrund der Bemühungen stellt sich die Frage nach der Bedeutung und Wirkung solcher Begegnungen. Dieser Frage ist eine Studie am Institut für interdiszipli- näre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) an der Universität Bielefeld nachgegangen. Denn aus Sicht der Sozialpsychologie kann eine Moscheeführung als Kontakt zwischen Muslim*innen und Nicht-Muslim*innen beschrieben werden. Kontakt bzw. Begegnungen zwischen sozialen Gruppen haben weltweit in unterschiedlichen Situationen eine vorurteilsreduzierende Wirkung gezeigt. Selbstverständlich ist dieser Effekt jedoch nicht, da Kontakt unter ungünstigen Bedingungen sogar zu einer Verstärkung der vorhandenen Vorurteile führen kann.</span></p>
<p><span>Um festzustellen, ob Moscheeführungen Änderungen von Einstellungen bei nicht- muslimisch sozialisierten Jugendlichen bewirken, sind insgesamt 344 Schüler*innen in einem sogenannten Feldexperiment befragt worden. Die Hälfte der Schüler*innen hat an einer Führung teilgenommen (Experimentalgruppe). Die Schüler*innen aus verschiedenen Schulen waren dabei auf sechs verschiedene Moscheen verteilt. Die zweite Hälfte ist zu der gleichen Zeit befragt worden, ohne eine Moscheeführung zu unternehmen (Kontrollgruppe), da erst ein Vergleich dieser Gruppen eine fundierte Aussage über mögliche Effekte machen kann. Die Führungen und Befragungen fanden im Jahr 2016 statt. Mittels Fragebogen sind die Schüler*innen nach ihren Einstellungen zum Is</span>lam und zu Muslim*innen in Deutschland sowohl kurz vor als auch kurz nach einer Moscheeführung sowie einige Monate später befragt worden. Es zeigt sich: Für vier Moscheen können signifikant positivere Einstellungen zum Islam wenige Tage nach der Führung gemessen werden. Bei den Besucher*innen der anderen zwei Moscheen sind keine Änderungen in den Einstellungen zu verzeichnen. Bei einem Vergleich der Einstellungen der Schüler*innen zwischen der ersten und letzten Befragung nach mehre- ren Monaten weisen nur noch die Besucher*innen einer Moschee positivere Einstellungen auf.</p>
</div>
</div>
</div>
<div class="page" title="Page 2">
<div class="layoutArea">
<div class="column">
<p><span>Damit haben vier von sechs Führungen bei den Besuchergruppen kurzfristig zu positiveren Einstellungen gegenüber dem Islam geführt, während eine langfristige positive Wirkung nur noch bei einer Führung vorzufinden ist.</span></p>
<p><span>Neben den Befragungen sind im Rahmen der Studie auch Interviews mit Moscheeführer*innen, Lehrkräften und Schulklassen sowie teilnehmende Beobachtungen bei Moscheeführungen durchgeführt worden. In Kombination mit den Ergebnissen lassen sich aus diesen Einblicken Empfehlungen ableiten.</span></p>
<p><span>Moscheeführer*innen legen ein beachtliches Engagement an den Tag. Die Führungen bieten sie in der Regel ehrenamtlich als Mitlieder der Moschee an. Teilweise werden Führungen aber auch von Imamen durchgeführt. Abgesehen von einigen großen Mo- scheen passiert das in Einzelarbeit und ohne externe Unterstützung. Deshalb empfiehlt sich erstens die Erarbeitung eines Best-Practice Modells durch einen Experten*innenkreis. Dabei kann sowohl die Erfahrung von Moscheeführer*innen als auch pädagogische und didaktische Expertise einfließen. Denn neben der inhaltlichen Ausgestaltung sind je nach Zielgruppe unterschiedliche Kompetenzen für die Vermittlung erforderlich. Neben Schulklassen kommen beispielsweise auch Ausbildungsklassen aus Pflegeberufen oder politische Parteien zu Führungen. Verhalten, Fragen und Diskussionsbedarf können sich stark unterscheiden. Fragen und Äußerungen, die verletzend, unsensibel oder feindselig sind, können Teil von Führungen sein. Deshalb empfiehlt sich zweitens ein organisierter überregionaler und vereinsunabhängiger Austausch von Moscheeführer*innen. Eine solche Plattform kann im Internet organisiert werden und würde die Möglichkeit bieten sich über positive und negative Erfahrungen sowie über gut funktionierende Elemente einer Führung (z.B. besonders gelungene Kommunikation) und über ungelöste Herausforderungen auszutauschen. Die Moscheeführer*innen könnten so von den Positivbeispielen profitieren, aber auch nach Lösungsansätzen fragen, wenn sie mit schwierigen Situationen konfrontiert sind.</span></p>
</div>
</div>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Olga Janzen</strong></p>
<p>Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld am Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG).</p>
</div>
<pre></pre>
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		<title>Angriffe auf Moscheen betreffen uns alle</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Sep 2019 11:01:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Ein Meinungsstück von Arif Taşdelen</p>
<p>"Angriffe auf islamische Gotteshäuser nehmen dazu. Viele von ihnen bleiben jedoch unter dem Radar der Öffentlichkeit. Das muss sich ändern".</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Meinungsstück von Arif Taşdelen</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Angriffe auf islamische Gotteshäuser nehmen dazu. Viele von ihnen bleiben jedoch unter dem Radar der Öffentlichkeit. Das muss sich ändern.</strong></p>
<p>Drohmails, Schmierereien, Sachbeschädigung, Protestaktionen – Angriffe auf Moscheen in Deutschland häufen sich. Dabei werden viele Angriffe nie aufgeklärt. Neben genauen Zahlen zu den Übergriffen auf Moscheen bleiben die Täter ebenso wie ihre Motivation oft unklar. Ein gesellschaftlicher Aufschrei bleibt in der Regel aus. In vielen Fällen schaffen es die Moschee-Attacken nicht einmal in den Fokus der Öffentlichkeit.</p>
<p>Muslimische Gläubige sind auch deshalb tief verunsichert. Sie sorgen sich um ihre Unversehrtheit. Der Staat muss deutlich machen, dass ihm die Sicherheit seiner muslimischen Bürger nicht egal ist.</p>
<p>Ich fordere mehr Polizeischutz für islamische Gotteshäuser. Solange Moscheen regelmäßig angegriffen oder bedroht werden, wäre mehr Polizeipräsenz das Gebot der Stunde. Damit würde der Staat auch zeigen, dass er die Sorgen der muslimischen Bürger ernst nimmt. Natürlich wäre auch das keine Garantie für absolute Sicherheit. Es würde aber dafür sorgen, dass das mulmige Gefühl im Bauch weniger wird, wenn Muslime zum Freitagsgebet gehen.</p>
<p>Was außerdem wichtig wäre: Eine schärfere Verurteilung von Moschee-Angriffen durch Politik und Öffentlichkeit. Bisher ist es ja so: Wenn Muslime Tatverdächtige sind, reden alle darüber. Wenn Muslime Opfer sind, wird viel seltener darüber gesprochen. Das ist ein verheerendes Signal an alle Muslime und muss sich ändern.</p>
<p>Politiker und Medien müssen unmissverständliche Ansagen machen, wenn Moscheen bedroht oder angegriffen werden. Sie müssen Angriffe auf Moscheen aufs Schärfste verurteilen. Es muss klar sein, dass Islamfeindlichkeit in Deutschland keinen Platz hat. Und dann müssen den Worten Taten folgen. Die Täter müssen schnellstmöglich ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden. Dass der Staat das mit allen ihm möglichen Mitteln tut, muss er ebenso noch klarer nach außen kommunizieren.</p>
<p>Meine dritte Forderung: Wir brauchen verlässliche Zahlen. Jede Schmiererei, jeder Drohbrief und jede Sachbeschädigung muss statistisch erfasst werden. Zahlen helfen uns, die Lage richtig einschätzen und geeignete Gegenmaßnahmen entwickeln zu können. Auch deshalb habe ich eine Anfrage an die Bayerische Staatsregierung gestellt, in der ich Auskunft über islamfeindliche Straftaten und staatliche Präventionsmaßnahmen verlange. Auf dieser Basis können wir dann weitere politische Maßnahmen entwickeln, damit sich Musliminnen und Muslime in Deutschland wieder sicher fühlen.</p>
<p>Und was der Einzelne tun kann: Nicht wegschauen und die Begegnung suchen. Das gilt für Muslime und Nichtmuslime. Der beste Weg, Ressentiments zu beseitigen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen, ist der direkte Kontakt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Arif Taşdelen </strong></p>
<p>Mitglied des Bayerischen Landtags.<br />
Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für den öffentlichen Dienst, Integrationspolitik und Jugendpolitik.<br />
Mitglied des Ausschusses für Fragen des öffentlichen Dienstes.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Was brennt, wenn Moscheen brennen?</title>
		<link>https://brandeilig.org/was-brennt-wenn-moscheen-brennen/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 19 Jul 2019 13:46:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[DENKFABRIK]]></category>
		<category><![CDATA[Karimi]]></category>
		<category><![CDATA[Moschee]]></category>
		<category><![CDATA[Prof. Milad Karimi]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Ahmad Milad Karimi</p>
<p>Es sind nicht Orte, die brennen – ein Brand geschieht an ihnen. Aber Orte sind Zeugen. Wenn heute eine Moschee in Brand gesetzt wird, können wir vor Ort den Brand riechen, sehen, wie sich über alle Dinge die schwarze Farbe der Unkenntlichkeit gelegt hat.</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Ahmad Milad Karimi</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es sind nicht Orte, die brennen – ein Brand geschieht <em>an </em>ihnen. Aber Orte sind Zeugen. Wenn heute eine Moschee in Brand gesetzt wird, können wir vor Ort den Brand riechen, sehen, wie sich über alle Dinge die schwarze Farbe der Unkenntlichkeit gelegt hat. Betende sind erstarrt, Koranausgaben und andere Bücher liegen am Boden, unlesbar, unberührbar. Der Innenraum zerfällt in sich. Wenn allein im Jahr 2019 mehr als 28 Moscheen Opfer von Brandanschlägen geworden sind, wenn in den letzten fünf Jahren mehr als 500 Anschläge gegen muslimische Gebetshäuser verübt wurden, so dürfen wir fragen, von was die verkohlt zurückgebliebenen Orte Zeugnis ablegen? Was brennt, wenn Moscheen brennen? Nicht jede Moschee in Deutschland hat einen bedeutenden, ästhetischen Wert. Oft genug sind es die sogenannten „Hinterhofmoscheen“. Doch selbst diese Orte haben einen emotionalen Wert, weil sie die Geschichte jener Generation von Menschen erzählen, die ihre Sehnsucht nach einer Wirklichkeit, die größer ist als sie einen Ort geschaffen haben. Gebete sind Ausdruck menschlicher Sehnsucht. Eine Moschee versammelt die Wünsche, die Hoffnungen der Menschen, die Schulter an Schulter stehen und sich niederwerfen.</p>
<p>Diejenigen, die in Moscheen vor allem ein falsches Symbol sehen, sei es für eine Religion, die sie pauschal ablehnen, sei es für eine bestimmte Politik, die sie kritisieren, verkennen die Sache, verkennen die Wut, die sich als Feuer ausbereitet. Wie jedes andere Gebetshaus auch ist eine Moschee mehr als ein Symbol. Sie ist nicht eine Flagge, die „den Islam“ – oder „die türkische Regierung“ repräsentieren würde. Als Ort gelebter Religiosität stehen Moscheen nicht für politische Programme, die man ablehnen kann, sondern für sich selbst. Und wenn in Moscheen gepredigt wird, was die Würde der Menschen verachtet, dann geht es um Menschen, die für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden sollten. Doch Brand ist die Sprache der Barbarei, der Inhumanität, die keine Toleranz, aber vor allem kein Wegschauen erlaubt.</p>
<p>Genau wie Kirchen und Synagogen gehören Moscheen zu den Orten, die die Menschen einer Gesellschaft in besonderer Weise repräsentieren und die darum besonders verwundbar sind. Eine Moschee ist wesentlich ein Ort, an dem der Mensch er selbst sein darf, an dem er nach Frieden sucht und Frieden findet.</p>
<p>Moscheen sind Orte der Begegnung, Kathedralen der Hoffnung. Es ist kein Zufall, dass unsere Verfassung die freie Ausübung der Religion garantiert, wenn ihre Praxis nicht der demokratischen Ordnung widerspricht. Unsere demokratische und säkulare Gesellschaft muss ein Interesse an den Quellen haben, auf denen das Selbstverständnis und die Überzeugungen ihrer Mitglieder beruhen, ohne sich dabei selbst religiös  zu vereinnahmen. Zum Zusammenhalt einer Gesellschaft gehört neben der Kultur und der Kunst auch und insbesondere die freie Ausübung der Religion. Es sind gemeinsame Bilder, geteilte Erfahrungen der Spiritualität und Einkehr in die Innerlichkeit, die unsere Gesellschaft zusammenhalten. Es sind die abrahamitischen Religionen, die im Antlitz von jedem Menschen die Würde der ganzen Menschheit erblicken. Religion und Religiosität gehören nach wie vor elementar zum modernen Menschen, ohne dass die Verfassung irgendeine Religion bevorzugen würde.</p>
<p>Muslime versuchen seit einiger Zeit den Missstand ihrer Bedrohtheit kommunikabel zu machen. Ihre Moscheen werden verunglimpft, beschmiert, entsakralisiert, bedroht und in Brand gesetzt. Ist es aber die Aufgabe der Muslime als einer Minderheit sich selbst zu verteidigen? War es die Aufgabe der Juden in Deutschland, ihre Synagogen vor Brand zu schützen? Mitnichten! Denn die Verantwortung für die Synagogen ist genau wie diejenige für die Kirchen immer schon eine gesamtgesellschaftliche Angelegenheit. Brennt eine Synagoge, so brennen wir Muslime mit. Nichts anderes wird die jüdische Religion über die Moschee sagen. Es ist der bedeutende jüdische Gelehrte, Moses Maimonides, der für angemessen erachtet, dass die Juden auch in einer Moschee ihr Gebet vollführen können. Und es ist der Kölner Dom, der am 3. Februar 1965 Hunderte von muslimischen Gastarbeitern für den Vollzug des Gebets aufnahm, d.h. die Größe besaß, als Moschee zu fungieren. Was stellt aber eine Moschee dar? Die Moschee stellt die spirituelle Heimat der Muslime dar. Dass ausgerechnet inmitten so vieler Brandstiftungen immer wieder die Stimme zu hören ist, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, ist beachtlich, unabhängig davon, dass die Aussage und deren Gegenteil gleichermaßen leer bleiben. Muslime von ihrer Religion zu abstrahieren, ist nichts als reine Wortakrobatik. Gerade in Deutschland hat jede Moschee eine eigene Geschichte, eine eigene Ästhetik, eine eigene Zerbrechlichkeit, die zugleich die Geschichte der Menschen erzählt, die Teil dieser Gesellschaft sind. Was brennt, wenn die Moscheen brennen? Das Feuer nimmt nicht die Orte, sondern den Geist der Orte hinweg. Was bleibt, sind Menschen vor Ruinen, die womöglich sie selbst repräsentieren.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1"><span>[1]</span></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Prof. Dr. Ahmad Milad Karimi<br />
</strong></p>
<p>Universität MünsterUniversität Münster<br />
Stellvertretender Leiter des ZIT<br />
Professor für Kalām, Islamische Philosophie und Mystik</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span>„Dieser Text ist die erweiterte Fassung eines </span><a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/anschlaege-auf-gebetshaeuser-was-brennt-wenn-moscheen.1005.de.html?dram:article_id=414001" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Radiobeitrages</a><span> von Prof. Karimi für Deutschlandfunk Kultur“</span></p>
<p>_____________________________________________________________________________________________</p>
<p><a href="#_ftnref1" name="_ftn1"><span>[1]</span></a> Der Beitrag wurde in „Politisches Feuilleton“ des Deutschlandfunkes am 27.03.2018 in einer kürzeren Fassung ausgestrahlt.</p>
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		<title>Eine Moschee ist mehr als eine Moschee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[brandeilig]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Jun 2019 21:32:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[AKTUELLES]]></category>
		<category><![CDATA[DENKFABRIK]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In diesem Beitrag bearbeitet Dr. Ali Özgür Özdil folgende Themen:<br />
1. Was bedeutet eigentlich „Moschee“?<br />
2. Organisationsstruktur und die Vielfalt der Angebote<br />
3. Historischer Rückblick<br />
4. Ein ganz normaler Tag in der Moschee<br />
5. Moscheen als Orte des Dialogs</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-weight: 400;">Ali Özgür Özdil</span></p>
<ol>
<li><strong> Was bedeutet eigentlich „Moschee“?</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Moschee, bekannt als Gebets- und Versammlungsort (aus dem Arabischen „masjid“ (Ort des Niederwurfs“) oder „djami“ (Ort der Versammlung) der Muslime, spielt nicht nur im religiös-spirituellem Leben der Muslime eine zentrale Rolle. Moscheen – ursprünglich von privaten Stiftern gegründet – waren nie nur Gebetsräume. Sie waren zugleich auch Schulen oder Universitäten.</span></p>
<ol start="2">
<li><strong> Organisationsstruktur und die Vielfalt der Angebote</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">In Deutschland sind alle Moscheen eingetragene Vereine mit einem Vorstand und mit Mitgliedern. Die überwiegende Arbeit, mit Ausnahme des Imams, wird ehrenamtlich bewältigt. Moscheen bieten neben religiösen, auch soziale und kulturelle Dienstleistungen an. Zu den religiösen Dienstleitungen gehören die täglichen Gebete, die gemeinschaftlichen Freitags- und Feiertagsgebete, das Unterrichten der Kinder im Koran (in der Regel an den Wochenenden), Angebote im Fastenmonat Ramadan, die Organisation und Durchführung von Pilgerfahrten und des Opferfestes, Familien- und Eheberatung, Spenden- und Zakatverwaltung oder Krankenbesuche.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Moscheen haben oft eine Jugend- und Frauengruppe mit Angeboten für Jugendliche und Frauen. Dazu gehören unter anderem Unterricht, Vorträge, Gesprächszirkel, Ausflüge, Ferienkurse, Reisen etc. Es gibt auch teilweise Angebote, die nicht zu den typischen Aufgaben einer Moschee gehören, jedoch aufgrund der Nachfrage hinzukommen können, wie z.B. Hausaufgaben- und Nachhilfeunterricht oder Sprach- und Sportkurse. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Neben den Angeboten für Kinder (Unterricht) oder für Jugendliche (Freizeitangebote), ist die Moschee für ältere Menschen ein wichtiger Ort, wo sie teilweise sieben Tage in der Woche mit ihren Altersgenossen verbringen. Moscheen haben daher gelegentlich eine Teestube, wo jung und alt zusammensitzen, essen, Zeitung lesen, fernsehen oder sich unterhalten und wenn zum Gebet gerufen wird, zum gemeinsamen Gebet aufbrechen. </span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Die Moschee bietet somit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und den Älteren sowie Frauen und Männern unterschiedliche Möglichkeiten, um unter einem Dach ihren täglichen religiösen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen nachzugehen. Moscheen sind täglich von Morgendämmerung bis spät in die Nacht geöffnet. Imame und ehrenamtliche MitarbeiterInnen widmen teilweise mehrere Jahre ihres Lebens der Moscheearbeit, um in einem Moscheeverein z.B. Kinder zu unterrichten oder sich um die Jugend- oder Frauenarbeit zu kümmern. Es gibt Menschen, die ihre Zeit, ihre Kraft, ihr Geld, ihr Wissen und ihre Erfahrungen in den Dienst der Moschee stellen, weil sie dies als eine wichtige Form des Gottesdienstes betrachten. Die Arbeit in der Moschee ist für sie eine gottgefällige Handlung und sie erwarten den Lohn für ihre Arbeit nicht von den Menschen, sondern von Gott. Die wenigsten Moscheen sind nämlich in der Lage, ein Personal zu finanzieren, das all diese Arbeiten leisten könnte. Viele Moscheen wären ohne Spendengelder noch nicht einmal in der Lage, ihre Imame zu finanzieren. Deswegen schließen sich viele Moscheen Dachverbänden an, von denen sie personell und finanziell unterstützt werden können.</span></p>
<ol start="3">
<li><strong> Historischer Rückblick</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Die meisten der schätzungsweise 2500 Moscheen in Deutschland sind nicht auf den ersten Blick als solche sichtbar. Im Laufe der Jahrzehnte wurden günstige und passende Gebäude und Räume als Moschee genutzt oder zur Moschee umfunktioniert worden. Die wichtigsten Elemente dabei sind eine Gebetsnische (arab. Mihrab) und eine Freitagskanzel (arab. Minbar). Ca. 10% der Moscheen wurden vom Fundament aus als Moschee gebaut und sind dementsprechend oft sichtbar durch Kuppel und Minarett.</span></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Aufgrund der Migrationsgeschichte, sind viele Moscheen in Deutschland, von denen die meisten von der 1. Generation ab den 1970er Jahren gegründet wurden, nach bestimmten Nationalitäten organisiert. Daher ist die Predigtsprache von Moschee zu Moschee unterschiedlich. Die Gemeinden sind jedoch in der Regel pluralistisch zusammengesetzt. Die meisten Muslime nehmen die Angebote bestimmter Moscheen deswegen an, entweder weil dort in ihrer Sprache gepredigt und unterrichtet wird oder weil sich die Moschee in der Nähe ihrer Wohnung oder Arbeit befindet. Mit dem Generationswechsel nimmt die Zahl der deutschsprachigen Muslime zu und es gibt auch Moscheen, in denen in deutscher Sprache gepredigt wird. </span></p>
<ol start="4">
<li><strong> Ein ganz normaler Tag in der Moschee</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Muslime nutzen die Moschee für verschiedene Zwecke. Wer aber zum Beispiel in der Moschee beten möchte, wäscht sich entweder schon zuhause rituell oder direkt in der Moschee. Jede Moschee bietet Waschmöglichkeiten, weil die Waschung eine Voraussetzung für die Gebete ist. Vor dem Gebetsraum werden die Schuhe ausgezogen, weil in Moscheen Teppiche ausgelegt sind. Muslime treten in die Moschee ein, wenden sich gen Mekka (die Gebetsrichtung erkennt man an der Ausrichtung der Gebetsnische) und beten, indem sie stehen, sich verneigen, niederwerfen und sitzen. Anschließend sprechen sie Lobpreisungen und Bittgebete. Es gibt Muslime, die die Moschee zum Ausruhen oder sogar Schlafen nutzen. So kann man im Gebetsraum schlafende Menschen vorfinden, z.B. für Menschen auf der Durchreise. Man findet in Moscheen auch Menschen, die einfach nur Koran lesen oder ein Gesprächszirkel bilden. Sollte es in einer Moschee eine Teestube, ein Gemüseladen, einen Bücherladen, ein Informationsbüro oder einen Friseur geben, wird man auch diese Angebote von Muslimen täglich genutzt sehen. Solche Einrichtungen unter dem Dach der Moschee dienen nicht selten dazu, die Miete oder sonstige Ausgaben der Moschee zu decken. Bei größeren und zentraleren Moscheen wird man viele Menschen ein- und ausgehen sehen, wobei der eine zum Beten, ein anderer zum Essen und ein anderer vielleicht für eine Information kommt. In diesen Moscheen tobt also das kulturelle Leben und man trifft dabei regelmäßig seine Glaubensgeschwister.</span></p>
<ol start="5">
<li><strong> Moscheen als Orte des Dialogs</strong></li>
</ol>
<p><span style="font-weight: 400;">Viele Moscheen beteiligen sich seit 1997 am Tag der offenen Moschee (am 03. Oktober) und öffnen sich somit ihrer Nachbarschaft. Es gibt auch Moscheen, die Führungen anbieten, wie z.B. für Schulklassen. Des Weiteren gibt es Moscheen, die sich an Dialogveranstaltungen, Stadtteilfesten, Schulanfängergottesdiensten beteiligen oder Führungen für BesucherInnen anbieten. Studien zeigen (siehe Herbert-Quandt-Stiftung: Der Weg zur Moschee. Eine Handreichung für die Praxis. Bad Homburg v. d. Höhe 2002), je besser eine Moschee in der Kommune vernetzt ist, umso geringer sind die Vorbehalte und umso höher ist die Anerkennung.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Dr. Ali Özgür Özdil </strong></p>
<p><span style="font-weight: 400;">Islamwissenschaftler und Direktor des Islamischen Wissenschafts- und Bildungsinstituts e.V. in Hamburg.</span><br />
<span style="font-weight: 400;">Publikationen zum Thema: Wenn sich die Moscheen öffnen. Münster 2002</span></p>
<p>&nbsp;</p>
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