APPELL

WOFÜR WIR STEHEN

Wir stehen ein für eine Gesellschaft, die sich über ihre rassistischen und menschenfeindlichen Mechanismen bewusst wird, sich gegen jede Form von Gewalt gegen Menschen auflehnt und sich aus Überzeugung ausnahmslos mit betroffenen Menschen solidarisiert – unabhängig von religiöser Zugehörigkeit, Herkunft oder anderen gesellschaftlichen Zuschreibungen.

Wir stehen ein für eine Gesellschaft, die sich in ihrer Vielfalt eint, die Unterschiede nicht als Widerspruch oder Gefahr einer Einheit formuliert, sondern alle Menschen gleichermaßen in ihrer Komplexität und Vielfältigkeit wahrnimmt. Eine Gesellschaft, die trotz unterschiedlicher Lebensentwürfe, aus Prinzip für die Rechte eines jeden Menschen einsteht und ihm nicht das Menschsein abspricht.

WIR FORDERN

Wir fordern in erster Linie, dass wir uns einzeln und gemeinsam selbstreflexiv mit eigenen rassistischen Denkstrukturen auseinandersetzen, um gemeinsam gewaltvolle Mechanismen, die der Islamfeindlichkeit und dem Phänomen des antimuslimischen Rassismus zugrunde liegen, entgegenzutreten.

Wir fordern von der Polizei, dass sie im Falle von Moscheeangriffen in alle möglichen Richtungen ermittelt und nicht von vornerein politisch motivierte Gewalt einer Richtung ausschließt. Wir fordern, dass sie Moscheeangriffe angemessen kategorisiert und als Islamfeindlichkeit sichtbar im System klassifiziert. Wir fordern, dass Betroffene geschützt werden. Wir fordern, dass sie dranbleibt und keine Täter_innen derartiger Gewalt die Flucht gewährt.

Wir fordern von den Medien, dass sie ihrer antimuslimischen Narrative, denen sie sich in Form von Sprache und Bildern bedienen, bewusst werden und Einhalt gebieten, wenn diese (re)produziert werden. Wir fordern, dass sie stärker Moscheeangriffe in der Öffentlichkeit verurteilen und sie nicht relativieren. Wir fordern, dass sie kritisiert, wenn Unrecht geschieht und sich solidarisiert, anstatt zu spalten.

Wir fordern von der Politik, dass sie ihre Macht im Sinne aller Menschen verwendet. Wir fordern, dass sie Instrumente schafft, um gegen Unrecht vorzugehen – auch dann, wenn es bedeutet, sich gegen die eigenen Leute zu stellen. Wir fordern die Politik dazu auf, dem gerecht zu werden, dem sie sich verschrieben hat: der Demokratie, dem Grundgesetz und somit dem Schutz und der Vertretung aller Menschen in Deutschland.

Wir fordern von der Zivilgesellschaft, dass sie laut ist, wenn Angriffe auf Menschen passieren und lauter wird, wenn menschenverachtende Parolen unser Miteinander bestimmen. Dass sie sich nicht abstumpfen lässt von der Brutalität dieser Tage, dass sie Haltung bewahren gegen Unrecht nicht durch Gleichgültigkeit gegenüber Betroffenen ersetzt. Dass sie erkennt, dass Moscheeangriffe keine Form einer legitimen Meinungsäußerung sind, sondern das, was sie sind: Angriffe auf Menschen.

Unterstützen Sie diesen Appell und seien auch Sie dabei!

Gegen Moscheeangriffe – überall und jederzeit.

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UNTERZEICHNER_INNEN

Ebubekir Gürbüz IGMG Regionalverband Ruhr-A
İlhan BİLGÜ IGMG
Rabia Müller IGMG
Mesut Yükler Muslim
Ali Bozkurt UKBA e.V.
Zeki Toprak Igmg
Nesrin Pür Stand up gegen Rassismus e.V.

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